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Honig als Lebensmittel
Honig ist mehr als ein Süßungsmittel. Er enthält Enzyme, Pollen,
Aromen und sortenspezifische Charakteristika, die mit der
Trachtquelle variieren — Raps schmeckt anders als Linde, Wald
anders als Wiesenblüte.
Wer mit eigenem Honig kocht, sollte wissen, was bei welcher
Anwendung passiert: erhitzter Honig verliert die hitzeempfindlichen
Enzyme und einen Teil der Aromen, behält aber Süßkraft und
Geschmacksgrundton.
Erhitzen — was geht verloren
Honig sollte nicht über 40 °C erhitzt werden, wenn die Inhaltsstoffe
erhalten bleiben sollen. Über 60 °C werden die Enzyme zerstört,
ab etwa 70 °C beginnt der Hydroxymethylfurfural-Gehalt (HMF)
deutlich zu steigen — ein Hinweis auf thermische Belastung.
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel:
- Kalt verwenden — auf Brot, in Müsli, in Joghurt,
in kalten Dressings — bewahrt alle Inhaltsstoffe.
- In warme (nicht heiße) Getränke — Tee unter
40 °C, gekühlter Honigmilch — moderater Verlust.
- Zum Backen und Kochen — Honig wird hier nicht
mehr als Heilmittel, sondern als Geschmacks- und Süßungsträger
eingesetzt. Süße und Aroma bleiben, Enzyme verloren.
Verwendung in der Küche
- Süßspeisen
- Honigkuchen, Lebkuchen, Honig-Mandel-Plätzchen, Baklava,
Honig-Nuss-Müsli, Honigeiscreme, karamellisierte Früchte. In
Hefeteig macht Honig die Krume saftiger und länger haltbar als
Zucker.
- Dressings und Marinaden
- Honig-Senf-Dressing für Blattsalate, Honig-Soja-Marinade
für Hühnchen, Honig-Balsamico für gebratene Käsesorten,
Honig-Vinaigrette mit Walnussöl.
- Glasuren
- Geflügel oder Schinken vor dem Ende der Bratzeit mit Honig
bestreichen — ergibt eine glänzende, leicht karamellisierte
Oberfläche. Vorsicht: schnell zu dunkel, deshalb erst gegen
Ende auftragen.
- Brotaufstrich
- Honig pur, mit Butter (Honigbutter), mit Quark oder Frischkäse.
Auch in Kombination mit Nüssen, Trockenfrüchten oder
Gewürzen.
- Getränke
- Met (Honigwein), Honiglikör, heißer Honigmilch, Honigtee. Auch
als Süßmittel in selbst gemixten Limonaden.
- Herzhafte Kombinationen
- Käseplatte mit Honig (klassisch zu Ziegen- oder Blauschimmelkäse),
Honig zu gerösteten Nüssen, Honig-Senf-Quark zu Räucherfisch.
Praktische Hinweise
- Kristallisierter Honig wird im Wasserbad bei
maximal 40 °C langsam wieder flüssig. Mikrowelle ist möglich,
aber heikel: punktuell überhitzt der Honig schnell.
- Honig in heißen Speisen erst nach dem Kochen
einrühren, wenn die Temperatur unter 60 °C gefallen ist.
- Beim Backen ersetzt Honig Zucker etwa im
Verhältnis 1:0,8 — also 100 g Honig statt 125 g Zucker.
Flüssigkeit im Rezept entsprechend reduzieren.
- Hefeteig mit Honig geht etwas langsamer auf
als mit Zucker — die antibakterielle Wirkung verzögert die
Hefeaktivität. Längere Gehzeit einplanen.
- Säuglinge unter 12 Monaten sollten keinen
Honig bekommen — wegen des seltenen, aber gefährlichen
Säuglingsbotulismus.
Rezeptesammlung folgt
Konkrete Rezepte unserer Mitglieder folgen an dieser Stelle —
klassische und neue Verwendungen von Honig aus dem Sonnenwald.
Quellen