Über Bienen

Wie alt werden Bienen?
Sehr unterschiedlich, abhängig von Rolle und Jahreszeit. Sommerbienen vier bis sechs Wochen, Winterbienen acht bis zehn Monate, eine Königin mehrere Jahre.
Wie groß ist ein Bienenvolk?
Im Sommer 40.000 bis 60.000 Bienen. Im Winter schrumpft das Volk auf 5.000 bis 15.000 Tiere, die in der Wintertraube überdauern.
Wovon ernähren sich Bienen?
Nektar liefert Kohlenhydrate, Pollen liefert Eiweiß, Fette und Mineralstoffe. Beides wird in der Wabe gelagert — Pollen oft mit etwas Honig vermischt als „Bienenbrot".
Schlafen Bienen?
Ja. Sammelbienen ruhen vor allem nachts mehrere Stunden, erkennbar an bewegungsloser Körperhaltung und hängenden Antennen. Junge Stockbienen sind rund um die Uhr aktiv mit unterbrochenen Ruhephasen.
Sehen Bienen Farben?
Bienen sehen Blau, Gelb und Ultraviolett — aber kein Rot. UV-Markierungen auf Blüten, die für Menschen unsichtbar sind, dienen ihnen als Wegweiser zum Nektar.
Wie kommunizieren Bienen?
Hauptsächlich über Tänze auf der Wabe (Rundtanz und Schwänzeltanz) und über Duftstoffe (Pheromone). Karl von Frisch entschlüsselte die Bienensprache und erhielt 1973 den Nobelpreis.

Über das Imkern

Wie viel Zeit kostet ein Bienenvolk?
In der Hauptsaison (April bis September) etwa zwei bis vier Stunden pro Woche und Volk. Im Winter nur wenige Stunden im Monat. Über das Jahr verteilt etwa 50 bis 80 Stunden.
Wie oft wird ein Volk geöffnet?
In der Schwarmzeit (Mai/Juni) etwa wöchentlich. Außerhalb der Schwarmzeit alle zwei bis vier Wochen. Im Winter gar nicht.
Was tun, wenn das Volk schwärmt?
Der Schwarm hängt sich nach dem Ausflug meist in der Nähe als Traube an einen Ast. Er kann eingefangen und in eine leere Beute überführt werden. Wenn keiner ihn fängt, sucht sich das Volk selbst eine neue Behausung.
Bringt eine Beute viel Honig?
Der bayerische Erntedurchschnitt liegt bei 20 bis 25 Kilogramm pro Volk und Jahr. In guten Trachtjahren auch deutlich mehr, in schlechten Jahren nur einige Kilogramm.
Brauchen Bienen Wasser?
Ja. Vor allem im Frühjahr bei starker Bruttätigkeit und im Sommer zur Stockkühlung. Eine Wasserquelle in maximal 400 Meter Entfernung ist ideal.

Über Stiche und Sicherheit

Wie unterscheide ich Biene und Wespe?
Bienen sind dunkelgelb-braun und behaart, Wespen kräftig schwarz-gelb gestreift und glatt. Wespen haben die ausgeprägte „Wespentaille", Bienen einen rundlicheren Körper. Wespen interessieren sich für menschliche Speisen, Bienen nicht.
Sterben Bienen nach jedem Stich?
Nur, wenn sie in elastische Haut stechen — der Widerhaken bleibt stecken, der Stachelapparat reißt aus dem Bienenkörper. In andere Insekten oder dünne Materialien können sie stechen und überleben.
Was tun bei einem Bienenstich?
Stachel mit Pinzette oder seitlich mit dem Fingernagel entfernen, nicht zusammendrücken. Kühlen, gegebenenfalls Antihistamin-Salbe. Bei bekannter Allergie sofort Notfallset einsetzen und Arzt rufen.
Kann ich Bienen halten, wenn die Nachbarn dagegen sind?
Es gibt in Bayern keine festen gesetzlichen Abstandsregeln zum Nachbarn. Bei einem Abstand von 5 bis 20 Metern und Ortsüblichkeit sind in der Regel keine rechtlichen Probleme zu erwarten. Bei Konflikten hilft die staatliche Bienen-Fachberatung.

Über Honig

Warum kristallisiert Honig?
Honig ist eine übersättigte Zuckerlösung. Glucose kristallisiert mit der Zeit aus — das ist ein natürlicher, qualitäts­unschädlicher Vorgang. Rapshonig kristallisiert nach wenigen Wochen, Akazien- und Waldhonig erst nach Monaten oder gar nicht.
Wie wird kristallisierter Honig wieder flüssig?
Im Wasserbad bei maximal 40 °C langsam erwärmen. Mikrowelle punktuell, deshalb heikel. Über 40 °C verliert der Honig Enzyme und Aroma.
Wie lange ist Honig haltbar?
Bei kühler, trockener Lagerung praktisch unbegrenzt. Die gesetzliche Mindesthaltbarkeit beträgt zwei Jahre nach Abfüllung. In ägyptischen Pyramiden gefundener Honig war nach Jahrtausenden noch genießbar.
Darf ich Honig in heißen Tee geben?
Geschmacklich problemlos, aber die hitzeempfindlichen Enzyme gehen verloren. Wer den vollen Wert nutzen will, lässt den Tee erst auf unter 40 °C abkühlen.
Honig für Säuglinge?
Nein. Säuglinge unter 12 Monaten dürfen keinen Honig bekommen — das Risiko des seltenen, aber gefährlichen Säuglings­botulismus ist zu hoch.

Über Bienenstockbau und Volk

Warum sind Bienenwaben sechseckig?
Die Sechseckform bietet die größtmögliche Fläche bei minimalem Materialeinsatz und ist statisch ideal. Das Wabenmuster entsteht aus dem Verhalten der Bauenden plus physikalische Gesetzmäßigkeiten beim Verarbeiten des warmen Wachses.
Wie warm ist es im Bienenstock?
Im Brutbereich konstant bei etwa 35 °C — auch wenn es draußen friert. Die Bienen regulieren die Temperatur durch Muskelzittern (Heizen) und Flügelfächeln (Kühlen).
Was ist Propolis?
Kittharz, das die Bienen aus Knospen­harzen sammeln und mit Wachs vermischen. Sie dichten damit Ritzen ab und desinfizieren das Stockinnere. Antibakterielle Wirkung — wird auch in Naturheilkunde verwendet.
Wer baut die Waben?
Junge Arbeiterinnen zwischen dem 12. und 18. Lebenstag. In dieser Phase haben sie aktive Wachsdrüsen am Hinterleib, die das Wachs in kleinen Plättchen ausschwitzen.

Über natürliche Feinde

Welche Tiere fressen Bienen?
Vögel wie der Bienenfresser (im Sommer in Bayern selten, aber zunehmend), Spechte, gelegentlich Meisen am Flugloch. Hornissen und Wespen jagen Bienen. Im Winter dringen Mäuse in unsichere Beuten ein.
Sind Bären eine Gefahr?
In Bayern praktisch nicht — Bären sind hier nicht etabliert. In ihren Verbreitungsgebieten suchen sie eher die proteinreiche Brut als den Honig.
Was ist die größte Bedrohung für Bienen?
Aktuell die Varroamilbe — sie überträgt Viren und schwächt die Völker direkt. Daneben Pestizide, Krankheiten wie die Amerikanische Faulbrut und der schwindende Trachtraum durch intensivierte Landwirtschaft. Neue Bedrohungen: Asiatische Hornisse und Tropilaelaps-Milbe.

Quellen

  • Stallbedarf24 Ratgeber — Bienen — Alles Wissenswerte auf einen Blick! stallbedarf24.de
  • Foxhound Bee Company — Questions and Answers Blog-Kategorie. foxhoundbeecompany.com
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei — Basisteil Anfängerkurs. lwg.bayern.de