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Die Beute
Die Beute ist die künstliche Behausung des Bienenvolks. Sie stellt
einen Kompromiss zwischen den biologischen Bedürfnissen der Bienen
und der Handhabbarkeit für den Imker dar.
Grundaufbau:
- Boden
- Standfläche mit Flugloch. Moderne Böden haben einen
herausziehbaren Schub und ein Drahtgitter zur
Varroadiagnose.
- Zargen
- Stapelbare Stockwerke. Eine Beute besteht meist aus zwei
Brutraum-Zargen plus eine bis drei Honigraum-Zargen je nach
Tracht.
- Rähmchen
- Hölzerne Rahmen, in die die Bienen ihre Waben bauen. Pro Zarge
je nach System 8 bis 12 Rähmchen.
- Deckel
- Oberer Abschluss zur Wärmeisolierung. Holz, Plastik, Styropor
oder Dämmplatte mit Holzumrandung.
- Flugkeil
- Verstellbare Holzleiste, die das Flugloch verengt — wichtig
bei jungen oder schwachen Völkern und im Winter.
Beutensysteme
- Magazinbeute (Freiaufstellung)
- Die heute übliche Bauart. Stapelbare Zargen auf einem festen
Unterbau, mit Wetterschutzdach. Mobil, günstig, gute
Bewegungsfreiheit. Bei einzelner oder Viererblock-Aufstellung
ist seitliches Arbeiten möglich.
- Bienenhaus
- Begehbarer Holzbau, in dem die Beuten stehen. Schutz vor
Wetter und Frevel, Arbeitsmöglichkeit auch bei schlechtem
Wetter. Nachteile: teuer, baugenehmigungspflichtig, schlechtere
Lichtverhältnisse, eingeschränkte Handhabung.
- Freistand
- Schrankähnliche, nicht begehbare Konstruktion für mehrere
Beuten unter einem aufkippbaren Dach. Zwischenlösung zwischen
Bienenhaus und Freiaufstellung.
In Bayern verbreitete Rähmchenmaße
Das Rähmchenmaß bestimmt Beutengröße, Wabenfläche und
Betriebsweise. Wichtig: ein einheitliches System wählen und
beibehalten, sonst entsteht ein Sammelsurium nicht kompatibler
Teile.
- Zander
- 420 × 220 mm, 8 dm² Wabenfläche. Verbreitetstes Maß in
Niederbayern. Einheitliches Maß für Brut und Honig.
- Deutsch-Normal
- 370 × 223 mm, 7,3 dm². Kleineres Maß, dadurch leichtere
Rähmchen. Im süddeutschen Raum traditionell verbreitet.
- Dadant
- 448 × 285 mm, 10,8 dm². Großer Brutraum mit hohen Rähmchen,
Honigraum mit flachen Halbzargen. Wabenweises Arbeiten im
Brutraum.
- Langstroth
- 448 × 232 mm, 8,8 dm². International am weitesten verbreitet,
in Deutschland eher selten.
Verbreitete Beutensysteme in Bayern
- Zanderbeute — meist mit losem Boden, klassische
Magazinbeute
- Hohenheimer Einfachbeute — von der Landesanstalt
für Bienenkunde Hohenheim entwickelt
- Heroldbeute — Zander-Normalmaß, Entwurf Josef
Herold, Schwarzach
- Erlangener Magazin — Entwurf der LWG Veitshöchheim
- Dadantbeute — hoher Brutraum, flache Honigzargen
- Zadantbeute — Mischform aus Zander und Dadant
Mittelwände
Mittelwände sind dünne Wachsplatten mit vorgeprägten
Sechseckzellen. Sie werden in das Rähmchen eingelötet und dienen
den Bienen als Bauvorlage. Die Bienen ziehen die Zellen aus dem
Wachs der Mittelwand und ergänzen es mit eigenem Wachs.
Übliche Zellengröße für Arbeiterinnenbrut: 5,4 mm. Mittelwände aus
reinem, rückstandsarmen Bienenwachs sind den Bienen am liebsten
und produzieren stabile Waben. Beim Kauf empfiehlt sich, ein
Analysezertifikat zur Rückstandsbelastung einzusehen.
Werkzeug für die Volkskontrolle
- Stockmeißel
- Wichtigstes Handwerkzeug. Zum Lösen verkitteter Zargen und
Rähmchen, Abkratzen von Wachs und Propolis. Verschiedene Formen
erhältlich — gerade oder mit gebogenem Hebel.
- Smoker
- Räucherapparat mit Blasebalg. Erzeugt kühlen Rauch, der die
Bienen beruhigt. Brennmaterial: getrocknetes morsches Holz,
Hobelspäne, getrockneter Apfeltrester oder spezielle
Pellets.
- Imkerbesen
- Weicher Besen aus Naturhaar zum sanften Abkehren von Bienen
von Waben oder Zargenrändern. Kunststoffborsten regen die
Bienen eher auf.
- Stockkarte
- Karton zum Notieren der Beobachtungen am Volk. Bleistift
verwenden — Tinte verschmiert mit Propolis. Smartphones sind
möglich, werden aber durch Kittharz schnell verschmutzt.
- Königinnenfangclip
- Aus Kunststoff oder Metall. Hält die Königin kurz fest, etwa
zum Markieren.
- Rähmchenhalter
- Wird seitlich an die Zarge gehängt. Dient als Ablage für
entnommene Rähmchen während der Inspektion — damit sie nicht auf
dem Boden abgestellt werden müssen.
Schutzkleidung
- Imkerhut mit Schleier
- Schützt Gesicht und Hals. Das schwarze Drahtgeflecht im
Sichtfeld bietet die beste Sicht. Ein zweiter Ring im
Halsbereich hält das Geflecht vom Hals weg.
- Imkerbluse oder Imkerjacke
- Helle Farbe, enge Bündchen an Ärmeln und am Bund. Reißverschluss-Schleier
ist praktisch, weil Hut und Bluse nicht
verrutschen können.
- Imkeranzug
- Ganzkörperanzug für nervösere Völker oder Anfänger.
Mehr Sicherheit, dadurch ruhigeres Arbeiten am Volk.
- Handschuhe
- Lederhandschuhe sind stichfest, aber grob. Latex- oder
Nitrilhandschuhe ermöglichen feines Arbeiten, sind dünn und
werden seltener angestochen als Leder.
Geräte zur Honiggewinnung
- Entdeckelungsgabel oder Entdeckelungsmesser
- Zum Abnehmen der Wachsdeckel über den vollen Honigwaben vor
dem Schleudern.
- Entdeckelungsgeschirr
- Auffangwanne mit Sieb. Sammelt herabtropfenden Honig und
Wachsdeckel beim Entdeckeln.
- Honigschleuder
- Zentrifuge, die den Honig aus den Waben schleudert. Modelle
für 2, 4, 6 oder mehr Rähmchen, mit Hand- oder Motorantrieb.
Wird oft im Verein verliehen.
- Honig-Doppelsieb
- Grobes und feines Sieb übereinander. Filtert Wachsstücke und
Verunreinigungen aus dem geschleuderten Honig.
- Honigeimer / Abfüllkübel
- Lebensmittelechte Kunststoff- oder Edelstahleimer mit
Quetschhahn am Boden zum Abfüllen in Gläser.
- Refraktometer
- Misst den Wassergehalt des Honigs. Für deutschen Honig sind
maximal 20 % erlaubt, im DIB-Glas nur 18 %.
Wabenverarbeitung
- Sonnenwachsschmelzer
- Holzkasten mit Glasscheibe und Auffangwanne. Nutzt die
Sonnenwärme zum Schmelzen alter Waben. Günstig, aber abhängig
von gutem Wetter.
- Dampfwachsschmelzer
- Kessel mit Siebeinsatz und Dampferzeuger (Gas oder Strom).
Schmilzt Waben zeitunabhängig vom Wetter.
- Mittelwandgießform
- Für Imker, die ihre eigenen Mittelwände aus gereinigtem
Wachs herstellen wollen.
- Einlöt-Trafo
- Niederspannungs-Transformator zum Erhitzen des
Rähmchendrahts. Die heiße Drahtspur verschmilzt mit der
Mittelwand und fixiert sie im Rähmchen.
Behandlungsgeräte
Für die Varroabehandlung mit organischen Säuren sind spezielle
Hilfsmittel nötig. Außerdem Schutzausrüstung — der Umgang mit
Ameisen- und Oxalsäure ist nicht harmlos.
- Säureschutzhandschuhe und Schutzbrille — zwingend
- Langzeitverdunster für Ameisensäure
- Träufelflasche oder Spritze zum dosierten Aufbringen von
Oxalsäure
- Sprühflasche für Sprühbehandlungen
- Diagnosegitter mit Einschub für die Varroakontrolle
Quellen
- Foxhound Bee Company — What Beekeeping Equipment Do I Need?
foxhoundbeecompany.com
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei — Basisteil Anfängerkurs.
lwg.bayern.de